FSP Training für Ärzte – Untersuchung und Patientenaufklärung
Willkommen auf der Unterseite zum Thema Untersuchung und Patientenaufklärung – einem zentralen Bestandteil der Fachsprachprüfung (FSP) für ausländische Ärztinnen und Ärzte. Hier lernst du, wie man typische medizinische Untersuchungen korrekt beschreibt, diagnostische Schritte nachvollziehbar erklärt und Patienten fachlich und verständlich aufklärt – so wie es auch im klinischen Alltag verlangt wird.
Unsere praxisnahen Beispiele und Übungstexte helfen dir dabei, medizinisches Fachvokabular gezielt einzusetzen und gleichzeitig patientengerecht zu kommunizieren. Ob körperliche Untersuchung, apparative Diagnostik oder das Gespräch vor einem Eingriff – hier findest du realistische Trainingsinhalte zur optimalen Vorbereitung auf die FSP.
Musteraufklärung 1: Koloskopie
Prüfungssituation
Sie führen ein Aufklärungsgespräch mit einer Patientin oder einem Patienten. Ziel ist es, eine geplante Koloskopie verständlich, strukturiert und patientengerecht zu erklären. Die Sprache ist ruhig, klar und verständlich. Es wird ausschließlich im Indikativ gesprochen.
Patientenaufklärung – Koloskopie
Arzt: Guten Tag, Herr Müller. Ich möchte heute mit Ihnen über eine Untersuchung sprechen, die wir bei Ihnen planen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Koloskopie, also eine Darmspiegelung. Ich erkläre Ihnen jetzt in Ruhe, warum wir diese Untersuchung empfehlen, wie sie abläuft, welche Risiken es gibt und worauf Sie achten müssen. Wenn zwischendurch etwas unklar ist, sagen Sie bitte jederzeit Bescheid.
Arzt: Zunächst erkläre ich Ihnen kurz, warum wir diese Untersuchung vorschlagen. Bei Ihnen bestehen seit einiger Zeit Beschwerden, die wir genauer abklären möchten. Mit einer Koloskopie können wir den Dickdarm von innen anschauen und Veränderungen erkennen, die man von außen oder mit einfachen Untersuchungen nicht sehen kann. Dazu gehören zum Beispiel Entzündungen, Polypen oder andere Veränderungen der Darmschleimhaut.
Arzt: Bei der Koloskopie wird ein dünner, flexibler Schlauch über den After vorsichtig in den Darm eingeführt. An der Spitze dieses Schlauchs befindet sich eine Kamera, mit der wir die Darmschleimhaut auf einem Bildschirm genau betrachten können. Die Untersuchung erfolgt in der Regel in Seitenlage und dauert meist zwischen zwanzig und dreißig Minuten.
Arzt: Damit wir den Darm gut beurteilen können, ist es sehr wichtig, dass der Darm vorher vollständig gereinigt ist. Deshalb müssen Sie sich auf die Untersuchung vorbereiten. Das bedeutet, dass Sie am Vortag der Untersuchung nur leichte, flüssige Nahrung zu sich nehmen dürfen und ein spezielles Abführmittel trinken müssen. Dieses Abführmittel sorgt dafür, dass der Darm entleert wird. Ich weiß, dass diese Vorbereitung für viele Patienten unangenehm ist, sie ist aber entscheidend für die Qualität der Untersuchung.
Arzt: Am Tag der Untersuchung kommen Sie nüchtern zu uns. Vor Beginn der Koloskopie erhalten Sie in der Regel ein Beruhigungs- oder Schlafmittel über die Vene. Dadurch sind Sie während der Untersuchung entspannt oder schlafen leicht und spüren meist wenig bis gar nichts. Sie werden dabei kontinuierlich überwacht, zum Beispiel in Bezug auf Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung.
Arzt: Während der Untersuchung führen wir das Gerät langsam durch den Darm und betrachten die Schleimhaut genau. Wenn wir dabei Polypen entdecken, können diese in vielen Fällen direkt entfernt werden. Das ist wichtig, weil sich aus Polypen im Laufe der Zeit bösartige Veränderungen entwickeln können. Gegebenenfalls können auch kleine Gewebeproben entnommen werden, um sie anschließend unter dem Mikroskop zu untersuchen.
Arzt: Nach der Untersuchung bleiben Sie noch eine gewisse Zeit bei uns, bis die Wirkung des Beruhigungsmittels nachlässt. In dieser Zeit sollten Sie sich ausruhen. Wichtig ist, dass Sie am Untersuchungstag nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, also kein Auto fahren und keine wichtigen Entscheidungen treffen. Es ist sinnvoll, wenn Sie von einer Begleitperson abgeholt werden.
Arzt: Wie bei jeder medizinischen Untersuchung gibt es auch bei der Koloskopie mögliche Risiken. Insgesamt handelt es sich um eine sehr sichere und häufig durchgeführte Untersuchung. Dennoch kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Dazu gehören zum Beispiel Blutungen, insbesondere wenn Polypen entfernt werden. Sehr selten kann es zu einer Verletzung der Darmwand kommen. Außerdem können Nebenwirkungen durch das Beruhigungsmittel auftreten, etwa Kreislaufprobleme oder Atembeeinträchtigungen. Deshalb werden Sie während der gesamten Untersuchung überwacht.
Arzt: Es gibt auch Alternativen zur Koloskopie. Zum Beispiel gibt es bildgebende Verfahren oder Stuhltests. Diese Alternativen können jedoch nicht alle Veränderungen zuverlässig erkennen und bieten nicht die Möglichkeit, Polypen direkt zu entfernen oder Gewebeproben zu entnehmen. Deshalb empfehlen wir in Ihrem Fall die Koloskopie als die aussagekräftigste Untersuchung.
Arzt: Nach der Untersuchung informiere ich Sie über den Befund. Falls Gewebeproben entnommen wurden, dauert es einige Tage, bis das Ergebnis vorliegt. Sie erhalten dann einen Termin oder eine Rückmeldung, um die Ergebnisse in Ruhe zu besprechen und das weitere Vorgehen festzulegen.
Arzt: Zusammenfassend: Die Koloskopie ist eine wichtige Untersuchung, um die Ursache Ihrer Beschwerden abzuklären und mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Die Vorbereitung ist zwar unangenehm, aber sehr wichtig. Die Untersuchung selbst ist in der Regel gut verträglich und dauert nicht lange.
Arzt: Haben Sie bis hierhin alles verstanden, oder gibt es etwas, das ich Ihnen noch genauer erklären soll?
Patient: Nein, das ist soweit verständlich.
Patientenaufklärung – Appendektomie
Prüfungssituation
Sie führen ein Aufklärungsgespräch mit einer Patientin oder einem Patienten. Ziel ist es, eine geplante Appendektomie verständlich, strukturiert und patientengerecht zu erklären. Die Sprache ist ruhig, klar und verständlich. Es wird ausschließlich im Indikativ gesprochen.
Aufklärungsgespräch
Arzt: Guten Tag, Herr Müller. Ich möchte heute mit Ihnen über die geplante Operation sprechen, die wir bei Ihnen empfehlen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Appendektomie, also die operative Entfernung des Blinddarms. Ich erkläre Ihnen jetzt in Ruhe, warum dieser Eingriff notwendig ist, wie die Operation abläuft, welche Risiken bestehen und worauf Sie vor und nach der Operation achten müssen. Wenn Sie zwischendurch Fragen haben, unterbrechen Sie mich bitte jederzeit.
Arzt: Zunächst erkläre ich Ihnen, warum wir Ihnen diese Operation empfehlen. Bei Ihnen besteht der Verdacht auf eine Entzündung des Blinddarms. Diese Entzündung kann Schmerzen verursachen und sich im weiteren Verlauf verschlimmern. Wenn ein entzündeter Blinddarm nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu schweren Komplikationen kommen, zum Beispiel zu einem Durchbruch des Blinddarms mit einer Entzündung des Bauchraums. Um dieses Risiko zu vermeiden, empfehlen wir die operative Entfernung des Blinddarms.
Arzt: Die Appendektomie ist ein sehr häufig durchgeführter Routineeingriff. In den meisten Fällen führen wir die Operation minimalinvasiv durch, das heißt mithilfe einer sogenannten Bauchspiegelung. Dabei machen wir mehrere kleine Schnitte in der Bauchdecke, durch die eine Kamera und feine Instrumente eingeführt werden. In manchen Situationen, zum Beispiel bei starken Verwachsungen oder einem fortgeschrittenen Entzündungsstadium, kann es notwendig sein, die Operation über einen größeren Schnitt durchzuführen. Das entscheiden wir während der Operation.
Arzt: Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Das bedeutet, dass Sie während des Eingriffs schlafen und keine Schmerzen verspüren. Vor der Operation werden Sie von den Anästhesisten ausführlich über die Narkose aufgeklärt. Während der gesamten Operation überwachen wir Ihre Vitalfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck und Atmung kontinuierlich.
Arzt: Der eigentliche Eingriff dauert in der Regel etwa dreißig bis sechzig Minuten. Nach Entfernung des Blinddarms kontrollieren wir den Bauchraum, um sicherzustellen, dass keine weiteren Auffälligkeiten bestehen. Anschließend verschließen wir die Schnitte wieder.
Arzt: Nach der Operation kommen Sie zunächst in den Aufwachraum. Dort überwachen wir Sie, bis die Narkose vollständig abgeklungen ist. Danach werden Sie auf die Station zurückgebracht. In den ersten Stunden nach der Operation können Wundschmerzen auftreten, die wir mit Schmerzmitteln gut behandeln.
Arzt: Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Appendektomie mögliche Risiken und Komplikationen. Dazu gehören Blutungen, Infektionen der Wunde oder Wundheilungsstörungen. In seltenen Fällen kann es zu Verletzungen benachbarter Organe kommen. Auch Komplikationen im Zusammenhang mit der Narkose sind möglich, zum Beispiel Kreislaufprobleme oder Übelkeit. Insgesamt handelt es sich jedoch um einen sehr sicheren Eingriff mit einer niedrigen Komplikationsrate.
Arzt: Nach der Operation sollten Sie sich körperlich schonen. In den ersten Tagen ist leichte Bewegung erlaubt und sogar sinnvoll, zum Beispiel kurzes Gehen. Auf schwere körperliche Belastung und Sport verzichten Sie für mehrere Wochen. Die genaue Dauer hängt vom Operationsverlauf ab und wird individuell mit Ihnen besprochen.
Arzt: In der Regel können Sie nach wenigen Tagen wieder normal essen. Wichtig ist, dass Sie auf Ihren Körper hören und sich ausreichend Zeit zur Erholung geben. Falls Fieber, zunehmende Schmerzen, Rötungen oder Sekret an der Wunde auftreten, melden Sie sich umgehend bei uns.
Arzt: Es gibt grundsätzlich auch konservative Behandlungsansätze mit Antibiotika, die in bestimmten Fällen infrage kommen. Diese sind jedoch nicht immer dauerhaft erfolgreich und bergen das Risiko, dass die Entzündung erneut auftritt. Deshalb empfehlen wir in Ihrem Fall die operative Entfernung des Blinddarms als sichere und definitive Behandlung.
Arzt: Zusammenfassend: Die Appendektomie ist ein bewährter und häufiger Eingriff, um eine Blinddarmentzündung sicher zu behandeln und Komplikationen zu vermeiden. Die Operation erfolgt in Vollnarkose, dauert in der Regel nicht lange und ist meist gut verträglich. Nach der Operation ist eine kurze Erholungsphase notwendig.
Arzt: Haben Sie bis hierhin alles verstanden, oder gibt es etwas, das ich Ihnen noch genauer erklären soll?
Patient: Nein, das ist verständlich.
🩺 Rollenspiel: Aufklärungsgespräch zur Koloskopie
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Arzt: Guten Tag, Herr Berger. Wie geht es Ihnen heute?
Patient: Naja, ehrlich gesagt, ich bin etwas nervös. Die Assistentin meinte, ich soll zur Besprechung der Darmspiegelung kommen.
Arzt: Ja, genau. Wir haben ja letzte Woche über Ihre anhaltenden Bauchschmerzen gesprochen. Um der Ursache genauer auf den Grund zu gehen, wäre eine Koloskopie – also eine Darmspiegelung – sinnvoll.
Patient: Ist das schmerzhaft? Ich habe da echt ein bisschen Angst davor.
Arzt: Das verstehe ich gut. Während der Untersuchung erhalten Sie ein leichtes Beruhigungsmittel – viele Patienten schlafen sogar währenddessen. Sie spüren also in der Regel keine Schmerzen. Wir führen die Untersuchung sehr schonend durch.
Patient: Muss ich dafür ins Krankenhaus?
Arzt: Nein, das geht ambulant. Sie kommen morgens zur Untersuchung, und nach ein paar Stunden können Sie wieder nach Hause – aber nicht selbst Auto fahren!
Patient: Und was genau wird da gemacht?
Arzt: Ein flexibler Schlauch mit einer kleinen Kamera wird über den After in den Darm eingeführt. So können wir die Darmschleimhaut genau betrachten und – falls nötig – kleine Gewebeproben entnehmen.
Patient: Gibt es Risiken?
Arzt: Die Risiken sind sehr gering, aber ich bin verpflichtet, Sie darüber aufzuklären. In sehr seltenen Fällen kann es zu Blutungen oder einer Verletzung der Darmwand kommen. Wir tun aber alles, um das zu vermeiden.
Patient: Und wie muss ich mich vorbereiten?
Arzt: Einen Tag vorher bekommen Sie ein Abführmittel, damit der Darm vollständig entleert ist. Dazu bekommen Sie genaue Anweisungen von uns – was Sie essen dürfen und wie viel trinken.
Patient: Okay, das klingt jetzt schon etwas besser. Ich hatte da viele Horrorgeschichten gehört…
Arzt: Verständlich. Wichtig ist, dass Sie sich gut informiert fühlen. Haben Sie noch weitere Fragen?
Patient: Nein, das war sehr klar. Danke für die ehrliche Erklärung.
Arzt: Sehr gern. Dann klären wir noch kurz den Termin und geben Ihnen alle Unterlagen mit.
🩺 Rollenspiel: Aufklärungsgespräch zur gynäkologischen Untersuchung
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Ärztin: Guten Tag, Frau Müller. Schön, dass Sie heute da sind. Was führt Sie zu mir?
Patientin: Hallo. Ich habe seit ein paar Wochen unregelmäßige Blutungen und manchmal auch leichte Schmerzen im Unterleib.
Ärztin: Ich verstehe. Damit wir die Ursache klären können, empfehle ich eine gynäkologische Untersuchung. Ich erkläre Ihnen gern genau, wie das abläuft.
Patientin: Okay... ehrlich gesagt bin ich etwas nervös. Ich war lange nicht mehr beim Frauenarzt.
Ärztin: Das ist völlig verständlich. Wir nehmen uns Zeit, und Sie können jederzeit sagen, wenn Sie eine Pause brauchen. Die Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Patientin: Was genau wird gemacht?
Ärztin: Zuerst werde ich die äußeren Genitalien begutachten. Dann führe ich vorsichtig ein Spekulum in die Scheide ein, um den Muttermund sichtbar zu machen. Dabei können wir auch einen Abstrich für den Krebsabklärungstest entnehmen.
Patientin: Tut das weh?
Ärztin: Es kann kurz unangenehm sein, aber nicht schmerzhaft. Wichtig ist, dass Sie versuchen, sich zu entspannen. Ich erkläre jeden Schritt und frage immer vorher, ob es für Sie in Ordnung ist.
Patientin: Und danach?
Ärztin: Danach erfolgt noch ein kurzes Abtasten des Unterleibs, um Veränderungen der Gebärmutter oder der Eierstöcke zu erkennen. Wenn Sie möchten, können wir auch einen Ultraschall machen.
Patientin: Gibt es Risiken bei der Untersuchung?
Ärztin: Nein, in der Regel nicht. Es kann nach dem Abstrich manchmal eine minimale Schmierblutung geben, aber das ist völlig harmlos.
Patientin: Muss ich mich irgendwie vorbereiten?
Ärztin: Nein, nur bitte am Untersuchungstag keine Scheidenspülungen oder Vaginalcremes verwenden. Und wenn Sie gerade Ihre Periode haben, verschieben wir den Termin lieber um ein paar Tage.
Patientin: Alles klar. Danke für die freundliche Erklärung.
Ärztin: Sehr gern. Wir machen das ganz in Ruhe und sorgen dafür, dass Sie sich wohlfühlen.
✏️ Lückentext: Aufklärung zur gynäkologischen Untersuchung
Vervollständige den folgenden Text mit den passenden Begriffen. Du kannst den Text auch laut vorlesen oder als Schreibübung nutzen.
Guten Tag, Frau Müller. Ich möchte heute eine Untersuchung bei Ihnen durchführen, um die Ursache Ihrer Blutungen herauszufinden. Dabei werde ich zunächst einen Blick auf die äußeren werfen. Danach führe ich ein ein, um den zu beurteilen und einen zu entnehmen. Zum Schluss taste ich vorsichtig Ihren und die ab. Die Untersuchung dauert nur wenige und ist in der Regel nicht .
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